Die Kirchen von Lavant

Frühchristliche Bischofskirche

Der Lavanter Kirchbichl war bereits in der Spätantike von großer religiöser Bedeutung. Schon im 4. Jh. oder frühen 5. Jh. n. Chr. wurde hier eine so genannte frühchristliche Bischofskirche erbaut. Sie war prächtig ausgestattet und wurde im Laufe der Zeit mehrfach um- und ausgebaut. Die Kirche bestand aus einer Gemeindekapelle, einer Taufkapelle sowie einem Ort der Reliquienverehrung. Die Bischofskirche, wie auch die umliegende Siedlung wurde um 600 von herab stürzenden Felsbrocken zerstört.

Die Pfarrkirche zum Hl. Ulrich

Archäologische Ausgrabungen in den 1990ern zeigten, dass sich unter der heutigen Kirche noch eine weitere frühchristliche Kirche befand, die ins 5. Jh. datiert werden kann. Diese wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals umgebaut. Um 1500 wurde sie schließlich im gotischen Stil vergrößert und erneuert. Ihr heutiges Aussehen verdankt die St. Ulrichskirche einer großzügigen barocken Erneuerung um 1770. Zwischen 1992 und 1995 erfolgte schließlich eine Generalsanierung.

Im Inneren der Kirche befindet sich eine prächtige Orgel, deren Gehäuse aus dem 17. Jh. stammte. Sie wurde einige Male umgebaut bzw. erneuert. Im Dezember 2002 entschied sich die Gemeinde Lavant zu einem Neubau des Orgelwerkes unter Verwendung des historischen Gehäuses. Im Oktober 2005 wurde die renovierte Orgel in einem Festgottesdienst eingeweiht.

Peter und Paulskirche

Westlich der St. Ulrichskirche befindet sich die Peter und Paulskirche. Diese wurde auf dem Gelände einer mittelalterlichen Burganlage errichtet, welche den Herren von Lavant zugeordnet werden kann. Das wahre Alter der Kirche ist heute unbekannt. Allerdings weiß man, dass sie am 10. Oktober 1485 vom Bischof von Caorle geweiht wurde. Die Außenwände bestehen teilweise aus römischem Marmor. Auch der Hauptaltar im Inneren der Kirche setzt sich aus Marmorblöcken zusammen. Dieser ist von 3 gotischen Flügelaltären aus der Zeit um 1500-1520 umgeben, welche 1873 neu aufgestellt wurden

Advertisements

Die Pfarre Lavant

Die Pfarre Lavant

Im Jahre 811 legte Karl der Große den Draufluss als Grenze zwischen dem Patriarchat von Aquileia und der Erzdiözese Salzburg fest. Damit gehörten die Orte Lavant, Tristach und Amlach zu Aquileia. Auch im Bereich um St. Andrä in Lienz (Patriarchsdorf) konnte sich der Patriarch für einige Zeit durchsetzen.

Ursprünglich gehörte auch Ötting (Kärnten) zur Pfarre Lavant. Der Sitz des Pfarrers wechselte seit 1230/31 mit Tristach. Dieser Zustand blieb bis 1500. Dann wurden die pfarrlichen Rechte endgültig nach Tristach übertragen. Ötting hatte sich bereits am Ende des 14. Jh. von der Seelsorgsgemeinde Tristach-Lavant gelöst.

Die Legende vom „Lavanter Marienbild“ und die Gewährung verschiedener Ablässe führten besonders seit dem 17. Jh. viele Wallfahrer aus der Umgebung auf den Lavanter Kirchbichl. In der Pestzeit (um 1630) gelobten die Prägrater und Virger jährlich einen Widder zu stiften, ihn in einer Prozession am Weißen Sonntag nach Lavant zu führen und nach dem Gottesdienst zu versteigern. Der Erlös kam der Kirche von Lavant zugute.

1752 wurde das Patriarchat von Aquileia geteilt. Der Landstrich südlich der Drau gehörte nun zur Erzdiözese Görz.

Im Zuge der Diözesanregulierung unter Kaiser Josef II. standen Lavant und Tristach für kurze Zeit unter Laibacher Administration und gingen 1798 an das tirolische Bistum Brixen über. 1781 wurde Lavant von Tristach getrennt und wiederum Sitz einer eigenen Pfarre. In diesem Jahr wurde auch ein neues Pfarrhaus errichtet und eine Schule darin gegründet.

Ab dem Jahre 1938 wurde die Pfarre Teil der Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Seit dem 6. August 1964 gehört Lavant der Diözese Innsbruck an.

Seit dem 1. Weltkrieg wird der „Virger Widder“ nicht mehr in Lavant, sondern in Obermauern versteigert. Allerdings ließen die Lavanter selbst diesen Brauch vor etlichen Jahren wieder aufleben. Seit der Mitte des 20. Jh. findet außerdem die Dekanatswallfahrt am 1. Mai statt, bei der tausende Menschen auf den Kirchbichl kommen.

Lavant gehört heute neben Obermauern, Hollbruck und Maria Luggau zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der Gegend.

Geschichte von Lavant

Die ersten menschlichen Spuren auf dem Lavanter Kirchbichl stammen aus der frühen Bronzezeit (ca. 1800 v. Chr.). Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. wurde dieser Bereich als Siedlungsfläche und Begräbnisstätte genutzt. Im Jahre 16/15 v. Chr. wurde das heutige Gebiet von Osttirol dem Römischen Reich angeschlossen. In dieser Zeit entwickelte sich das nahe gelegene Aguntum zum neuen politischen und wirtschaftlichen Zentrum. Damals verlor Lavant an Bedeutung.

Im 3. Jh. n. Chr. fanden immer wieder Germanenangriffe statt. Lavant wurde in dieser Zeit als Zufluchtsort neu entdeckt und erfuhr im 3. und 4. Jh. eine Blütezeit. In der ersten Hälfte des 5. Jhs. entstanden hier ansehnliche christliche Kirchen – die frühchristliche Kirche St. Ulrich und eine so genannte Bischofskirche. Beide wurden im 5. oder 6. Jh. vergrößert. Der Ort erfuhr bis ins späte 6. Jh. eine relative Blütezeit.

Um 610 n. Chr. fand bei Aguntum eine Schlacht zwischen Slawen und Baiuwaren statt, in der die Slawen siegten. Dieses Ereignis brachte einschneidende politische, gesellschaftliche und materielle Veränderungen mit sich. In Lavant wurden die beiden Kirchen wieder verkleinert, aber das Christentum bestand hier weiterhin. Auch blieb der Ort ständig besiedelt.

Im 13. Jh. unterstand Lavant der Verwaltung der Grafen von Görz und gehörte zum Landgericht Lienz. In dieser Zeit wurde hier auch eine Burg angelegt, die als Stützpunkt der görzischen Macht diente und von den Herren von Lavant bewohnt wurde. Diese Burg wurde in neuerer Zeit irrtümlich auch als „Trettenstein“ bezeichnet. Im Bereich der Peter und Paulskirche befinden sich noch Reste der Anlage. Damals wurden für Lavant drei Höfe erwähnt.

Im 15. Jh. wurde Lavant in das görzische Verteidigungswesen einbezogen. Der Lavanter Kirchbichl wurde befestigt und in Gefahrenzeiten besetzt. Er galt als uneinnehmbar.

Im Jahre 1500 starb der letzte Görzer Leonhard. Sein Erbe war Kaiser Maximilian I., der das Landgericht Lienz mit Tirol vereinigte. Im Jahre 1545 wurden für Lavant bereits 12 Häuser genannt (9 Huben bzw. Höfe und 3 kleiner Häuser).

Anfang des 19. Jh. wurde Tirol neu vermessen. In Lavant wurden 25 Häuser und 24 Stallungen gezählt. 1866 wurde der Ort eine eigenständige politische Gemeinde.

1875 wurde Lavant zum Großteil ein Raub der Flammen. 11 Häuser und 9 Futterhäuser brannten vollständig ab. Im Jahre 1882 wurden mehrere Felder durch wiederkehrendes Hochwasser der Drau überschwemmt. Diese Katastrophen führten dazu, dass 1889 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Auch im Jahre 1965 war Lavant von den Überschwemmungen der Drau betroffen.

Heute ist Lavant eine der kleinsten Gemeinden Osttirols. Sie zählt ca. 280 Einwohner. Es gibt hier einen Kindergarten, eine Schule und zwei Gasthäuser. Weiters spielt Lavant eine bedeutende Rolle für die Bereiche Wirtschaft (Mülldeponie, Schotterwerk, etc.) und Tourismus (Golfhotel, Golfplatz, Reitplatz, etc.).

Gottesdienste

Regelmäßige Gottesdienste

Sonntag          10.15 Uhr
Donnerstag   18.15 Uhr

Besondere Gottesdienste

Alle 2 Monate
am 1. So i. Monat Wortgottesfeier

Kontakt

Pfarrkoordinator

Hansi Hanser

nach telefonischer Vereinbarung

H        0676/87 30 78 58

E         hansi.hanser@gmail.com

 

Sprechstunden:

Dekan Bernhard Kranebitter

Erster Donnerstag i. Monat ab 17.30 Uhr (vor und nach der Messfeier) im Pfarrhaus und nach Vereinbarung:

T:       05852/63012
E:       pfarre.heiligefamilie@dibk.at

Mag. Paul Kellner

nach Vereinbarung

H:      0664/5312304